Die Religion der Goblins kennt lediglich zwei Gottheiten: Grash'tura (früher Mailam Rekdai) sowie Grash'gluk (früher Orvai Kurim). Hierbei wird Grash'gluk ausschließlich von den männlichen Stammesmitgliedern angebetet, während bei den weiblichen Goblins Grash'tura als höchste Göttin gilt. Da es keine Priester von Grash'gluk gibt, agieren die Stammesschamanninen als Priesterinnen für beide Gottheiten.
Grash'gluk und Grash'tura sind Bruder und Schwester, Mann und Frau, Vater und Mutter. Sie stellen die Rollendarstellung bei den Goblins dar. Männer werden Jäger (zargh) oder Krieger (gluk). Aus ihren Reihen kommt der Häuptling (Oz'gal) hervor, der die Goblins anleitet in einem Krieg (gluk). Mailam Rekdai ist für die Frauen da, die entweder Handwerkerinnen sind - geschickte Schneider und Lederverarbeiter - oder denen die Gabe der Göttin gegeben wurde, die Zauberei. Letztere sind die Schamaninnen (baka).
Grash'gluk (Orvai Kurim)
Grash'gluk ist der 'Herr der Jäger'. Er ist der Gott der Jagd und des Krieges,
wobei die Goblins hierbei keine großartigen Unterscheidungen machen. Ob nun Streit,
Stammesfehde, Hetzjagd oder ein Krieg - es liegt alles in Händen des Grash'gluk.
Jeder männliche Goblin hat im Herzen, Grash'gluk zu gefallen, innig bittet er um
Wohlwollen, weiß aber doch, dass er nur ein kleines Kind für den Gott ist.
Außer in Visionen durch seltene Pilze wird er seinem Gott niemals nahe kommen.
Dafür ist er angewiesen auf die Schamaninnen (baka), die die Beschwörungen (baka)
vornehmen.
Grash'tura (Mailam Rekdai)
Grash'tura ist die 'Große Mutter'. Sie ist die Göttin der Fruchtbarkeit,
Bewahrerin des Stammesfriedens, der Stammeseinheit. Von ihr kommt auch die Gabe
für einige, wenige weibliche Goblins - die schamanistische Zauberei.
Grash'tura ist es, die die Goblin-Kinder schenkt, für die Geburten sorgt.
Der Begriff Fruchtbarkeit ist hier breit angelegt - Kinder, Wachstum von
Pflanzen und Wäldern (kortuk), auch handwerkliche Kunst ist damit gemeint.
Die Schamaninen (baka) sind die Priesterinnen der Grash'tura. Da sie die
einzigen sind, die Zugang zum Goblin-Götter-Pantheon haben, übernehmen sie
auch die Rituale und Beschwörungen (baka) für den Grash'gluk. Durch ihre
Weisheit schützen sie den Stamm (gal) vor Unbill.
Leben und Sterben der Goblins
Für Goblins ist die Geburt eines Goblinkindes (puk'Goblini) ein Wunder,
dessen Ursache für sie göttlich sind. Zwar finden sich Männer und Frauen
kurzzeitig zu Partnern zusammen, jedoch sehen sie keinen direkten Zusammenhang
zwischen der Fleischeslust und der Empfängnis, da eine Partnerschaft
auch nur Wochen andauern mag. Ein Neugeborenes
stammt also unmittelbar vom ohn'bahl, dem 'Großen Licht', von den
Göttern her, wird von ihnen den Goblins geschenkt, um den Stamm zu stärken.
Da Goblins von Natur aus nicht sehr stark sind und auch kaum einmal
eine starke Rüstung tragen, ist eine große Anzahl von Stammesangehörigen
überlebenswichtig für den Stamm.
Goblinkinder werden vom ganzen Stamm (gal) aufgezogen. So wird
kein großer Unterschied gemacht zwischen Mutter und Tante, es sind
halt Frauen (tura), und ebenso bei den Männern (suta) mit Vater und Onkel.
Goblinkinder werden von klein auf in das Stammesleben eingebunden.
Die kleinen sammeln Feuerholz, größere auch Beeren oder legen einige
Fallen für Kleintiere.
Das Leben der Goblins spielt sich zumeist im Wald (kortuk) ab.
Hier haben sie ihre Dörfer (gal), hier jagen (zargh) und sammeln (kurka) sie.
Nur ab und an wird ein Goblin den schützenden Wald verlassen.
Das mag ein wichtiger Auftrag wie das Stehlen (kurka) von
lebensnotwendigen Gegenständen für den Stamm sein - Goblins können
beispielsweise kein Metall verarbeiten - oder der Krieg (gluk)
gegen einen Feind. Oder ein Goblin ist neugierig,
als nicht feige (nu'pahkniki), und zieht aus, um Neuigkeiten zu hören.
Einem Goblin sind Ehre und Stolz nichts wert gegen das Überleben des Stammes.
Daher werden die Goblins von anderen Rassen als feige und hinterlistig
bezeichnet. Sie selber beschreiben sich mehr als schlau und listig.
Wenn ein Goblin stirbt, so liegt sein Körper auf dem Boden.
Zumeist wird er einfach verscharrt, denn dem Glauben der Goblins nach
geht der Goblin über in das ohn'traka, in das 'Große Dunkel', den Tod.
Und der ist unten in der Erde, dem Stein, dem Boden gelegen - eben dort,
wo es dunkel ist.
Aber dort ist er nicht verloren, denn die Goblins glauben,
dass das Wesen eines verstorbenen Goblins geht ein in das Wurzelwerk
eines Baumes (kortuk) und wächst mit ihm hoch hinauf, hinauf bis
zum ohn'bahl, dem 'Großen Licht'. Somit schließt sich der Kreislauf.
Bei besonders wichtigen Goblins oder auch bei starken Feinden
wird der Kreislauf unterbrochen. Goblins glauben, dass man die
wichtigen Eigenschaften durch körperliche Aufnehmen dieser auf
einen anderen Goblin übertragen kann. Ja, man könnte es als
Kanibalismus bezeichnen. In einem würdigen Essen werden einzelne
Körperteile rituell verspeist. So das Kopfinnere für die Klugheit (naha)
oder das Herz sowie die Muskeln für die Stärke (sutan).
Vor einem Krieg oder wichtigen Kämpfen essen Goblins daher
bevorzugt frisches Trollfleisch (Trohla'koilaeh), um sich mit
deren Stärke zu schützen.
Köpfe von Feinden werden aufbewahrt, um sie an ihrer Wiederkehr
zu hindern. Sie werden hierfür in dichte Lederbeutel gelegt
und nur ab und an zur Schau vorgeführt. So gehen sie nicht ein
in das ohn'traka, das 'Große Dunkel', den Boden, und können nicht
wiedergeboren oder auf einen anderen Feind übertragen werden.
So sind die Feinde selbst nach ihrem Tod Gefangene der Goblins.
Beschwörungen
Goblins bauen keine Tempel oder gar Altäre. Für sie sind die Götter im ohn'bahl, im 'Großen Licht', und schauen von dort auf sie darnieder. Einzig einige natürliche Stellen beten sie an, wie einen großen Baum (kortuk). Dort meinen sie, dass die Macht der Götter besonders stark sei und dass diese Orte bevorzugt seien - man den Göttern dort näher sei als anderswo.
Die Verehrung (baka) zu den Göttern geschieht daher durch
Anrufungen, verstärkt durch das Inhalieren von stark riechenden
Kräutern (kroitah'rauhch), das Essen von halluzinogenen Pilzen
(hahluh'piltsah) oder auch durch rhythmisches Singen, Tanzen
und Trommeln. Hierbei versetzen sich die Teilnehmer durch
ständiges Wiederholen der Worte allmählich in Trance.
Dies führt zu Visionen, die eine wichtige Rolle in der
Goblinwelt spielen.
Visionen sind die Ratschläge der Götter. Zumeist ist es die
Schamanin (baka), zu denen Grash'tura und Grash'gluk sprechen.
Aber in sehr seltenen Fällen kann auch ein Goblinkrieger
eine Vision haben.
Ein Beispiel für ein Ritual (baka), ein Einsetzungsritual für einen
neuen Häuptling (Oz'gal) findet sich hier:
--> baka fuahr Oz'gal - machaehn trauhm fuahr Goblini - Lirih'baka